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Im 18. Jahrhundert wurden mit dem Niedergang der Zünfte sowie dem Beginn der industriellen Entwicklung neue Organisationsformen für Handel und Gewerbe notwendig.

1722
Gründung des ältesten bekannten Handwerker- und Gewerbevereins in Erbach - Donaurieden, der auch noch heute zum BDS/DGV Landesverband Baden-Württemberg gehört.
1792
ältester bayerischer Gewerbeverein in Nürnberg - "Gesellschaft zur Förderung der vaterländischen Industrie" gegründet.
1819
Gründung des "Deutschen Handels- und Gewerbevereins", der ersten freiwilligen Gemeinschaft von Selbständigen aus verschiedenen deutschen Königreichen und Fürstentümern in Frankfurt am Main. Die Mitglieder kamen aus Sachsen, Bayern, Württemberg, Kurhessen, Baden, Hessen-Darmstadt und Nassau. Dieser Verein gilt als Vorläufer des heutigen BDS/DGV.
Ziele 1819
  • Förderung von Handel und Gewerbe
  • Zollfreiheit in Deutschland
  • Völlige Handelsfreiheit
Eigene Zeitung :
Organ für den deutschen Handels- und Fabrikantenstand

In den folgenden Jahrzehnten wurden in Deutschland die verschiedenen örtlichen Gewerbevereine gegründet. Berühmte Mitglieder waren u.a. Gottlieb Daimler und Robert Bosch.

1891
Vom 06. - 08. September fand in Köln die Gründungsversammlung des "Verbandes Deutscher Gewerbevereine" statt.
1892
waren im Verband 304 Vereine mit 32.021 Mitgliedern organisiert.
Themen in der Kaiserzeit waren:
  • Fortbildung der Unternehmer und ihrer Mitarbeiter (Unterstützung von Gewerbeschulen)
  • Auftragsvergabe durch Staat und Kommunen
  • Internationale Verbindungen zu Schwesterverbänden in Öster-reich, der Schweiz und den Niederlanden
  • Schaffung eines Versorgungswerkes für Mitglieder durch Altersrenten- und Krankenversicherungen
1919
Mitbegründung des "Zentralverbandes des deutschen Handwerks"
1934
Auflösung durch die Nationalsozialisten
seit 1945
Neugründung von Ortsvereinen
1951
Wiedergründung in München als "Deutscher Gewerbeverband e.V."
1962
Herausgabe des Zeitung "Der Selbständige"

1989
08. Dezember Gründung des BDS der DDR durch 8 Berliner Handwerksmeister

1990
Bericht 2. Vorgründungstreffen BDS Ost und West April 1990 ( ca. 103 kb, pdf )

06. bis 08. September Vereinigungsverbandstages BDS/DGV, Bonn und des BDS der DDR, Berlin/Ost zum BDS/DGV Deutschland in Bremen. Änderung des Verbandsnamens in "Bund der Selbständigen - Deutscher Gewerbeverband e.V."

Bericht Vereinigungsverbandstag ( ca. 111 kb, pdf )


Aus der Arbeit des BDS in der Bundesrepublik :
  • Mitarbeit bei der Einführung der Mehrwertsteuer
  • Verbesserung der Rechtsstellung des Steuerbürgers
  • Mitarbeit bei der Erhöhung des Gewerbesteuerfreibetrages
  • Öffnung der Altersrentenversicherung für Selbständige
  • Reform des Kartellgesetzes
  • Mitwirkung bei der Formulierung von Mittelstandsförderprogrammen


Es gibt nicht viele Organisationen, die schon im Kaiserreich tätig waren, die die Weimarer Republik kommen und gehen sahen und heute noch so lebendig sind, wie der Bund der Selbständigen/Deutscher Gewerbeverband e.V. mit seinen Landesverbänden.

Bei allem Wandel fällt jedoch eines auf: der BDS/DGV war schon immer ein moderner, marktwirtschaftlich ausgerichteter Verband. Etliche Probleme, mit denen wir uns heute noch herumschlagen, "brannten" schon im Kaiserreich und sind zwar modifiziert, aber dennoch und leider noch bzw. wieder aktuell.

Erst mit der Wiedervereinigung Deutschlands ist der Bund der Selbständigen/Deutscher Gewerbeverband e.V. in seinem jetzigen Bestand in allen Bundesländern vertreten. Zunächst in Ostdeutschland auf dem Territorium der ehemaligen DDR als Gesamtverein, später, mit der Gründung der neuen Bundesländer, in der Struktur von Landesverbänden. So auch im Bundesland Brandenburg seit dem Jahr 1990.

Die in den neuen Bundesländern weit verbreitete "Wende-Euphorie" hatte unseren Landesverband auch erreicht. Der Verein war gefragt, der Kontakt zum Verein wurde gesucht, um Hilfe und Unterstützung für die neue eigene Selbständigkeit zu bekommen. Kurz gesagt, der Landesverband hatte seine Aufgabe und seinen Platz gefunden. Durch spezielle Schulungs- und Informationsveranstaltungen konnte der Wissensbedarf der neuen Selbständigen und Jungunternehmer gedeckt werden.
Die damalige Öffentlichkeitsarbeit hat sich u.a. in der Mitgliederzahl widergespiegelt. So bestanden zu Beginn der 90er Jahre mehrere Ortsgruppen. Die Mitgliederzahl wuchs auf über 300 an.

Ende der 90er Jahre hat es bedingt aus objektiven Gründen und subjektiven Fehlern eine Stagnation in der Vereinsarbeit gegeben, die Auswirkungen ( bis hin zu seiner Existenz ) auf die Handlungsunfähigkeit des Vereins hatten.

Freunde des BDS/DGV, insbesondere Herr Stagge als unser Verbindungsmann zur "Gothaer Versicherung" haben im Sommer und Herbst 2001 den Versuch unternommen, den "leblosen" und inaktiven Landesverband Brandenburg zu retten, und ihn neu aufzubauen.
So war es wie so oft im Leben der "Kollege Zufall". Der zur Zeit amtierende Geschäftsführer des Landesverbandes, Herr Manfred Biebrich, wurde gefragt, ob ihn eine solche Funktion interessieren, er sich eine solche Aufgabe zutrauen würde usw. Bei dieser Gelegenheit wurde er auch gefragt, ob er einen "geeigneten" Kandidaten für einen neuen Landesvorsitzenden kennen würde. Herr Biebrich war bereit, die Stelle des Geschäftsführers zu übernehmen, bzw. sich einer noch durchzuführenden Wahl zu stellen und er kannte auch zufällig einen Kollegen, der sich für das Amt eines Landesvorsitzenden trefflich eignen würde. Dann ging alles sehr schnell. Der Landesvorsitzende, Herr Frank Urland, sowie der o.g. Geschäftsführer übernahmen die Geschäfte und arbeiteten zunächst kommissarisch.

Zunächst galt es, eine Bestandsaufnahme aller Bereiche im Verein einschließlich der Finanzen vorzunehmen und die Wahlen für einen neuen Vorstand vorzubereiten.
Das Ergebnis war katastrophal. Es fand seit mehreren Monaten keine Vereinsarbeit statt, es gab keine zuverlässige Übersicht der Vereinsmitglieder, der Schuldenberg war immens und das Ansehen in der Öffentlichkeit ramponiert. Alles keine guten Bedingungen und Voraussetzungen für einen Neustart.

Eine Vollversammlung mit Wahl für einen neuen Vorstand wurde für November 2001 angesetzt. Die Einladungen wurden verschickt. Grundlage dafür war für uns eine Mitgliederkartei. Der Rücklauf der Einladungen war beeindruckend. Einige reagierten überhaupt nicht, andere verwiesen darauf, dass sie schon mehrmals ihren Austritt aus dem Verein erklärt hätten. Das war dann schon noch die höfliche Art. Auf 7 Mitglieder war der Verein geschrumpft.

Um beschlussfähig zu sein, konnten wir noch einige befreundete Geschäftsleute bewegen bei uns Mitglied zu werden und uns beim Neuaufbau zu unterstützen.

Die Vollversammlung sowie die Wahl konnten auf der Grundlage unseres Statuts durchgeführt werden. Wir hatten einen neuen handlungsfähigen Vorstand, die Arbeit konnte also beginnen.

An dieser Stelle ist es für uns ein Bedürfnis, den Herren Stingl, Stagge und Fröse Dank zu sagen, für ihre Hilfe und Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Vollversammlung und auch in den folgenden Monaten.

Dass die Arbeiten zur Reorganisation und Wiederaufbau des Vereins schwierig sein würden, war uns bewusst. Womit wir aber nicht gerechnet haben, war die lange Zeitphase, die unser Vorhaben in Anspruch genommen hat.
Die Zeiten und die Rahmenbedingungen am Markt haben sich verändert. Viele ehemalige Mitglieder sind nicht mehr selbständig, die Gründereuphorie ist nicht mehr da und kurz gesagt, die Bereitschaft in einen Verein einzutreten, um sich dort zu engagieren ist verflogen. Jeder ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt und wir werden häufig mit den Fragen konfrontiert, was nützt mir der Verein, was bringt es mir.

Trotz aller Schwierigkeiten, die wir sowohl noch im Innenverhältnis als auch in der Außendarstellung hatten, ist es uns gelungen, den Landesverband schrittweise wieder aufzubauen und damit wuchs auch die Mitgliederzahl.
Durch Veranstaltungen, wie z.B. unseren monatlichen Stammtisch, Treffen der Unternehmer und Selbständigen (2 mal im Jahr) mit der Kommune und neuerdings unseren sonntäglichen "Wirtschaft - Politischen Frühschoppen" mit regionalen Gästen aus Politik und Wirtschaft haben wir unseren Bekanntheitsgrad erhöht und sind somit auch gesuchter Partner und Gast bei anderen Veranstaltungen und Ereignissen. Vorteilhaft und nützlich waren und sind dabei unsere guten Kontakte zu den lokalen Medien.

Um den Verein im Bestand des Landesverbandes weiter zu stärken und seine inhaltlichen Aktivitäten weiter zu qualifizieren, wurde die Vereinsarbeit neu strukturiert. Damit wollen wir unser Dienstleistungsangebot gegenüber unseren Alt- und Neumitgliedern wesentlich verbessern und ihnen damit auch unsere Antwort auf ihre Fragen zu geben, was nützt mir / was bringt mir eine Mitgliedschaft im BDS/DGV.

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